Besserer Kompost durch bessere Mülltrennung

AWS startet Biotonnen-Kampagne

Beitrag von Alina Ni Riada

Was passiert eigentlich mit unserem Müll, nachdem wir ihn in die braune Biotonne geworfen haben? Zu dieser Frage kursieren die absurdesten Gerüchte und führen dazu, dass Müll häufig nicht ordentlich getrennt wird. Die Kampagne der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg (AWS) macht jetzt Schluss mit dem Halbwissen.

Aus Biomüll wird Kompost

In Augsburg werden die Mülltonnen regelmäßig von der AWS abgeholt. So auch die Biotonne. Der Inhalt landet anschließend bei der AVA (Abfallverwertung Augsburg). Dort wird der Biomüll zunächst geschreddert, und zu große Teile aussortiert und verbrannt. Das sind dann zum Beispiel Plastiktüten, die fälschlicherweise in die Tonne geworfen werden, aber auch Glasscherben.

Der Rest, also die kleinen Teile, werden dann fermentiert und in der Biogasanlage der AVA Energie gewonnen: So werden jährlich 35 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas erzeugt. Das reicht für die Wärmeversorgung von 3.900 Haushalten oder für 57 Millionen Kilometer mit dem PKW.

Die Fremdstoffe auszusondern ist technisch aufwendig und sehr teuer. Die Kosten hierfür müssen über die Abfallwirtschaftsgebühren finanziert werden. Daher ist es wichtig, dass der Müll in der richtigen Tonne landet. Denn die übriggebliebene Biomasse wird als Flüssigdünger und Kompost von Landwirten in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern abgenommen und auf den Feldern verteilt. Sprich: Unser Biomüll landet auf den Feldern um uns herum. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass der Biomüll richtig getrennt wird. Schließlich will ja keiner mit giftigen Plastikpartikeln gedüngte Felder, auf denen dann unser Essen wächst. Zudem gelangen diese giftigen Stoffe dann ins Grundwasser.

Topp 3 Fehlwürfe:

1. Ganz klar: Plastiktüten! Diese werden zwar aussortiert, dann aber bei der AVA verbrannt. Das erzeugt zum einen CO2, zum anderen sind in Plastiktüten Weichmacher und Farbstoffe enthalten, die zusammen mit andere Stoffen beim Verbrennen entstehen.
2. Kompostierbare Tüten. Kompostierbare Tüten zersetzen sich nicht so schnell wie Obst und Gemüsereste, daher müssen auch diese verbrannt werden. Also lieber gleich weglassen!
3. Glasscherben – das überrascht vielleicht den ein oder anderen. Zwar sind es nur relativ wenige, dafür aber meist sehr kleine Teile welche daher nur sehr schwer aussortiert werden können. Sie landen dann in Dünger und Kompost.

Beim Mülltrennen ist jeder einzelne gefragt. Nicht was „die Anderen“ machen ist richtig, sondern ganz wichtig: Jeder entscheidest selbst, wie er seinen Müll trennt!

So geht’s richtig!

Also noch einmal eine Erinnerung daran, welche Dinge in die Biomülltonne gehören:

Küchenabfälle:
Speise-, Gemüse-, Obstreste
Schalen von Kartoffeln, Eiern, Früchten und Nüssen
Kaffeefilter, Teebeutel
Papiertüten (keine Kunststoffbeutel), Küchentücher

Gartenabfälle:
Baum-, Strauch-, Hecken- und Grasschnitt, Laub, Unkraut
Blumen, Pflanzenreste (kein Saatgut), Stroh, Zierpflanzen

Sonstiges:
Kleintier-Einstreu (Hamster, Vögel, etc. aber keine Katzenstreu)
Federn, Haare, Holzspäne, Papiertaschentücher
In die braune Tonne gehören also nur organische Abfälle, wie die Schalen von Obst oder Gemüse. Diese dürfen auf keinen Fall in Plastiktüten, auch nicht in „bio“ oder „abbaubare“ Plastiktüten gepackt werden. Die AWS empfiehlt den Biomüll, falls er zu feucht ist, in Zeitungspapier einzuwickeln.

Text: Alina Reid
Fotos: Sarah Schützenberger

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