5-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling

Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte am 26. November einen 5-Punkte-Plan gegen die Kunststoffflut vor. Wir haben diesen genauer unter die Lupe genommen. Ist er weitreichend genug und lösen wir dadurch unser weltweites Plastikproblem?

1. Vermeidung von überflüssigen Produkten und Verpackungen:

Hier geht es zum einen um einen Dialog mit dem Handel, der sich einer verstärkten Plastikreduktion verpflichten soll, ähnlich der Selbstverpflichtung zur kostenpflichtigen Ausgabe von Plastiktüten. 
Zum Anderen betont Schulze die deutsche Unterstützung der Europäischen Union, bestimmte Einwegplastikprodukte komplett zu verbieten. Dies kann Deutschland „nur“ unterstützen, da Produkte im europäischen Handelsraum auch nur auf dieser Ebene verboten oder reguliert werden können. Dieses Verbot ist allerdings auf wenige Artikel beschränkt, wie Einmalgeschirr, Strohhalme und Wattestäbchen. Genauere Details werden im Frühsommer 2019 erwartet.

2. Umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen und Produkten:

Auch hier gibt es zwei Aspekte:
 Einmal sollen Hersteller günstigere Lizenzentgelte, die an die Mülltrennungssysteme anfallen, zahlen, sobald sie recyceltes Material verwendet haben. 
Außerdem soll im Zuge der EU-Ökodesignrichtlinie angestrebt werden, dass Produkte leichter auseinander zu bauen, reparierbar und recyclebar sind.

3. Recycling stärken:

Die derzeit sehr niedrige Recyclingquote von ca. 36 % soll schrittweise erhöht werden. Damit die Qualität, Akzeptanz und somit die Nachfrage des recycelten Kunststoffes (Rezyklat) erhöht wird, müssen allerdings zunächst Gespräche mit Herstellern, Händlern und Recyclern gestartet werden.

4. Kompostqualität verbessern

Kunststoffmüll soll aus der Biotonne verschwinden. Durch Aufklärungsarbeit und strengere Anforderungen an die Kompostqualität soll dieser reduziert werden. In Augsburg findet gerade eine Kampagne der AWS statt, um Plastik aus dem Biomüll zu verbannen.

5. Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere

Auf internationaler Ebene möchte das Umweltbundesministerium nationale Technologien und Know-How zur Mülltrennung und -aufarbeitung v.a. in Schwellen- und Entwicklungsländer exportieren. Dafür sind im Bundeshaushalt erstmals Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro bereitgestellt worden.

Ein weiterer Aspekt im 5-Punkte-Plan ist der verstärkte Aufbau von Leitungswasserausgabestellen im öffentlichen Raum. In Augsburg unterstützt dies bereits die swa und unser Forum durch den Aufbau des Refill-Systems mit vielen regionalen Partner.

Deutschland sollte grüner Vorreiter werden

Alle Ideen sind natürlich wichtig und wir hoffen auf eine tatsächlich schnelle Umsetzung. Sich in Gesprächen und Arbeitsgruppen mit v.a. Händlern zu verlieren, die selten ein Interesse an Veränderung haben, zieht die Problemlösung allerdings nur hinaus. Das Bundesministerium sollte es nicht scheuen, sich tatsächlich für Verbote und mehr Regulierungen stark zu machen. Große Kunststoffverschwender, wie der Handel, dürfen nicht wieder nur mit Selbstverpflichtungen davon kommen. Deutschland könnte hier als grüner Vorreiter positive Signale in die ganze Welt senden.
Die Zeit gibt es leider nicht mehr her, in langsamen Schritten die Plastikproblematik anzugehen. Wir brauchen mutige und womöglich auch radikale Veränderung mit diesem Material um die tatsächliche Belastung auf Mensch, Tier und Umwelt einzudämmen.

Wenn Sie persönlich schneller und effizienter Ihren Plastikverbrauch reduzieren wollen, sei es als Privatperson und / oder Gewerbetreibender, freuen wir uns, Sie hierzu beraten zu können.

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